Weihbischof Bischof setzt Signal und

stärkt ehrenamtlichen Wortgottesdienstbeauftragten in ihrem Verkündigungsdienst den Rücken

Weihbischof Wolfgang traf an zwei vor Ort Terminen in Bad Tölz und Rosenheim mit Wortgottesdienstleiter*innen zu einem regen Austausch zusammen

An ursprünglich drei Terminen und Orten, nämlich in Bad Tölz, Rosenheim und Traunstein wollten Weihbischof Wolfgang Bischof und sein Team der Seelsorgeregion Süd mit den ehrenamtlichen Wortgottesdienstbeauftragten ins Gespräch kommen, und in diesem Rahmen nachhören, wie die jeweilige Situation und die persönlichen Erfahrungen vor Ort sind. Leider musste Corona bedingt das dritte Treffen in Haslach entfallen. Auch die Anmeldungen überstiegen die verfügbaren Plätze bei weitem. Aufgrund dieser großen Resonanz, wie auch aufgrund des deutlich spürbaren Bedürfnisses auf Seiten der Wortgottesdienstleiter*innen nach einem Austausch sind für das Frühjahr 2021 sowohl ein Ersatz- als auch noch ein Zusatztermin geplant.

 

Die Corona-Krise hat nicht zuletzt bei den ehrenamtlich Engagierten ihre Spuren hinterlassen und wie unter einem Brennglas, problematische Rahmenbedingungen wie Kommunikationslagen noch deutlicher ans Licht gebracht. Weihbischof Bischof war es daher ein besonderes Anliegen, explizit die Wortgottesdienstbeauftragten zu Wort kommen zu lassen und ihnen zuzuhören, weil sie in dieser Krise durch ihren Einsatz in den Pfarrgemeinden vor Ort unschätzbar viel auffangen konnten. Zum anderen haben sie einen nicht immer leichten Stand und laufen bisweilen Gefahr, nicht in der Art und Weise in den Dienst eingebunden zu werden wie es eigentlich gewünscht, möglich und notwendig wäre. Somit waren diese Austauschtreffen auch mit der Intention verbunden, den Stellenwert der Wortgottesfeier zu stärken und darüber ein bewusstes Signal zu setzen.

 

Insbesondere der Unmut darüber, dass man sich vielerorts auf Eucharistiefeiern beschränkte, wurde sehr deutlich spürbar als man in Kleingruppen die Themen sammelte und dann in die Diskussion einbrachte. Von allen wurde auch eine schockierte Gesamterfahrung geschildert, als zu Beginn der Welle Gottesdienste gänzlich verboten waren. Als sich diese anfängliche Schockstarre zu lösen begann, wurden dann jedoch mit viel Kreativität und Erfindungsgeist Alternativen ins Leben gerufen, um die Verbundenheit mit den Gläubigen in der Pfarrei nicht abreißen zu lassen, und die Leere durch den Wegfall von Gottesdiensten nicht zu groß werden zu lassen: Von kreativen Hausgottesdiensten, Familien-Andachten, über die Wiederentdeckung des Rosenkranzgebetes, des Stundengebets u.v.m. wurde berichtet. Sehr deutlich wurde aber auch der Wunsch geäußert – gerichtet an die Kirche insgesamt – sich in dieser Krise doch mutiger und beherzter zu zeigen.

 

Weihbischof Bischof spannte in Antwort darauf einen großen argumentativen Bogen: Angefangen damit, dass Angst zunächst einmal ganz natürlich sei und niemandem zum Vorwurf gemacht werden dürfe. Allerdings räumte er ein, dass Angst nicht verzweckt werden dürfe, um dann aus dieser Angst heraus plötzlich Dinge mit dem Verweis auf Verbote und Richtlinien zu verunmöglichen, zu boykottieren, die eigentlich doch möglich sind. Nicht immer wurde sozusagen der nächste Schritt vollzogen, nämlich aus der lähmenden Angst gemeinsam herauszutreten und eben zu tun, was realistisch und gangbar ist. In diesen Kontext gehört dann auch die Beobachtung, dass sich in unserer Kirche tendenziell eine Verbotskultur breit mache, anstatt an einer Ermöglichungskultur sowie -sprache zu arbeiten. Hier sehe er einerseits auf der Leitungsebne noch Nachholbedarf, andererseits sei hier aber auch in den bestehenden Regelungen noch viel Luft nach oben für Alle an der Basis. Die Diskrepanz zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen im Umgang miteinander, in der Kommunikation, in der Zusammenarbeit und die gegenseitigen Erwartungen aneinander wurden zudem als ein Problem erkannt. Aus Sicht der Ehrenamtlichen ist das ein ganz wesentlicher Punkt, wo es gilt, schnell Verbesserungen herbeizuführen und auf ein Miteinander auf Augenhöhe hinzuwirken.

 

In einem abschließenden Appell ermutigte Weihbischof Bischof die Anwesenden, weiterhin so kreativ wie bisher dieses „Neuland“ zu beschreiten, sich den Entfaltungsraum auch zu nehmen, ihn einzufordern, der ihnen als Wortgottesdienstbeauftragte aufgetragen ist. Zudem gelte es nun, den vielen kleinen Dingen vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken. Denn Corona ist nicht zuletzt die Zeit wo plötzlich das (vermeintlich) Kleine in seiner Bedeutung und Wirkkraft plötzlich ganz groß wird!

Susanne Knoll

Teamassistenz Region Süd

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Weihbischof Wolfgang Bischof

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